Interview: Was ist Baubuche, Herr Hassan?

Der Super-Balken

Wer glaubt, dass Buche gleich Buche ist, hatte noch nie Kontakt zur Firma Pollmeier. An ihren beiden Unternehmenssandorten in Aschaffenburg und Creutzburg hat sich das PEFC-zertifizierte Unternehmen auf die Verarbeitung von hochwertigem Laubholz spezialisiert. Dazu gehört seit gut zehn Jahren eine Eigenentwicklung, die sogenannte Baubuche.

Jan Hassan, Diplom-Ingenieur und Projektberater bei Pollmeier, erklärt im folgenden Interview, was Baubuche ist und warum sie auch bei unserem „Haus auf Stelzen“-Neubau in der Tillystraße Regensburg eingesetzt wird.

Herr Hassan, können Sie uns mit einfachen Worten erklären, was Baubuche ist?

BauBuche ist ein Hochleistungswerkstoff für den konstruktiven Holzbau, der aus 3 mm dünnen verklebten Buchenholzfurnieren besteht. BauBuche ist in Form von Platten und Trägern erhältlich.

Welche Vorteile hat die Baubuche gegenüber einem herkömmlichen Fichten- oder Buchenbalken?

BauBuche besitzt im Vergleich zu herkömmlichem Fichtenbrettschichtholz eine in etwa 3-fach größere Tragfähigkeit. Damit können bei gleicher Spannweite und gleichen Lasten deutlich schlankere Bauteile verwendet werden. Außerdem besitzt BauBuche eine hohe Oberflächengüte, wie man sie aus dem Möbelbereich kennt.

Baubuche ist vielseitig einsetzbar: Sie hat durch den schichtweisen Aufbau selbst bei schlanken Dimensionen eine hohe Tragfähigkeit und eignet sich gut für große Spannweiten (Foto: Pollmeier)

Ist die Baubuche damit auch ein ressourcenschonendener?

Ja, BauBuche ist ressourcenschonend. Durch den Aufbau aus dünnen Schichten können fast alle Holzqualitäten der Buche verwendet werden, da der Einfluss von Ästen stark reduziert wird.

Der Rohstoff Holz wird immer populärer, gerade auch beim Holzbau. Wie erleben Sie die Entwicklung?

Der Holzbau erlebt in diesem Jahrhundert eine wohlverdiente Renaissance. Maßgebende Treiber dieser Entwicklung sind der Klimaschutz, das gestiegene Umweltbewusstsein und die notwendige Ressourcenwende hin zu nachhaltigen Bau- und Werkstoffen.   Aktuell entfallen circa 30 % der bundesweiten Treibhausgasemissionen auf den Gebäudesektor. Ein großer Anteil der Kohlendioxidemissionen entsteht dabei bereits bei der Herstellung der Gebäude und Baustoffe. Der Energieverbrauch bei der Herstellung von Zement ist viermal so hoch wie bei Holzwerkstoffen, der von Stahl beträgt sogar das Zwanzigfache. Der Einsatz von Holz anstelle dieser energieintensiven Materialien senkt den Energieverbrauch und die damit verbundenen Emissionen. Hinzu kommt, dass Kohlendioxid in verbauten Holzwerkstoffen langfristig gespeichert wird, während in den Wäldern neues Holz nachwächst und der Atmosphäre weiteres Kohlendioxid entzieht. Durch die verstärkte Verwendung von Holz könnte somit in unseren Städten und Dörfern ein „zweiter Wald“ gepflanzt werden, der erheblich zur Kohlendioxidbindung und Klimaverbesserung beitragen würde.

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